In Memoriam Udo Edelmann (1938-2019)

Wie ich vor enigen Tagen erfahren habe, ist ein langjähriger Begleiter und Künstlerfreund, Udo Edelmann, leider verstorben. 

 

Kennengelernt habe ich Edelmann als technischen Leiter der Ichendorfer Glashütte, der 1978, gemeinsam mit meinem Vater, die erste Kollektion unserer Museumsnachschöpfungen entwickelte. Kurz danach schied er aus der Glashütte aus und machte sich als Berater für die Glasindustrie und vor allem als Kunsthandwerker und Künstler mit seinem "Glashaus am Wasserturm" in Rheinbach selbständig.

 

Die Transparenz des Werkstoffes und die Kombination von Glas, Stein und Metall, war das für ihn bei seinen Unikaten dominierende Thema. Sehr gerne erinnere ich mich an die gemeinsame Ausstellung von Udo Edelmann und Horst Hähle in meinen ersten Ausstellungsräumen in Köln-Königsforst zurück. Es war für mich faszinierend zu sehen, mit wie wenig Farbe, nur durch Form und Lufteinschlüsse in den Objekten, der Künstler unverwechselbare Arbeiten schuf. 

 

Zu meinem persönlichen beruflichen Beginn hatte ich die Freude einige Wochen lang in seinem Atelier ein Praktikum zu machen. Edelmann erschloss mir auf seine unnachahmliche Art zahlreiche Techniken und Geheimnisse der Glasverarbeitung. Jahrelang war sein "Glashaus am Wasserturm" das führende Atelier für kunsthandwerkliches und funktionales modernes Glas.

 

Mit Udo Edelmann verliert die Studioglasszene in Deutschland einen der führenden Wegbereiter der beiden ersten Jahrzehnte, einen Helfer und Motivator, der immer neugierig war, technisch versiert und gestalterisch mit klarer und erkennbarer Formensprache. 

 

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