Ahmed Loumani, Frankreich

Ahmed Loumani, Jahrgang 1956, kennt die faszinierende Kunst des Glasmachens von Kindsbeinen an. Aufgewachsen an der Côte d´Azur erlebte er in der Verrerie de Biot, seiner späteren Ausbildungsstätte, an der Seite seines Vaters die Geheimnisse dieser Feuerskunst.

 

Bis heute prägt diese Glashütte das Schaffen zahlreicher Glasgestalter in Frankreich. Auch Ahmed Loumani hat, nachdem er sich einige Kilometer entfernt in dem malerischen Städtchen Valbonne in einer alten Klostermühle mit seinem Atelier selbständig machte, zunächst die Techniken und diesen Stil beibehalten. Schon bald folgten Ausstellungen in Frankreich, den Niederlanden, den USA, Japan und 1989 erstmals in unserer Galerie.

 

Bereits nach kurzer Zeit entwickelte der Künstler neue Ausdrucksformen. Der typische, jugendstilähnliche  Dekor mit Silber- und Blattgoldfolien, Glaskröseln und Puder wich einer malerisch dominierten Gestaltung (zu sehen in unserer Ausstellung 1993). Diese Linie entwickelt Loumani seitdem, insbesondere auf der Suche nach anderen technischen Möglichkeiten konsequent fort. So zeigten wir in unserer Ausstellung 1997 erstmals seine Graal-Arbeiten, Kunstwerke in der Technik, die bis heute sein Werk bestimmt.

 

In dieser vierten Sonderausstellung sind nun Unikate zu sehen, deren Motive freier und malerischer geworden sind, mit stärker sichtbaren Pinselstrukturen und leuchtenden Farben.

 

 

 

Zur Technik

 

Alle Arbeiten entstehen am Studioglasofen aus dem rund 1300 Grad heißen Glas und werden mit der Glasmacherpfeife mundgeblasen. Lediglich primitive Holzwerkzeuge und ein Bündel nasser Zeitungen benötigt der Künstler, um die zähe Glasmasse zu formen.

 

Die Graaltechnik bedeutet, dass eine etwa 15-20 cm große, relativ dickwandige, manchmal schon mehrfarbig überfangene Glasblase heruntergekühlt wird. Dieser Rohling wird anschließend „kalt“ veredelt, z.b. bemalt, graviert, sandgestrahlt, geätzt. Im Temperofen wieder erhitzt, wird diese Blase mit der Glasmacherpfeife über der Öffnung aufgenommen und ins das Gemenge im Schmelzofen eingetaucht. Durch diesen Klarglasüberfang wird das Motiv quasi konserviert und dann auf die drei- bis vierfache Größe aufgeblasen, um dann erneut im Temperofen abzukühlen.

 

Das Ergebnis sind großformatige Bilder in Vasenform, deren Strahlkraft mediterrane Lebensfreude empfinden lässt. 


Überfangvase von Ahmed Loumani

Schwere Überfangvase von Ahmed Loumani. Typisch für Glaskunst von der Côte d´Azur sind die aufgeschmolzenen Glaskrösel und Metallfolien.

Signatur: Loumani  1994

Herkunft: Privatsammlung

Zustand: gut, übliche Gebrauchsspuren an der Standfläche

Höeh ca 205 mm, Durchm. ca 115 mm

Vase von Ahmed Loumani

198,00 €

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